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Architekturführung Spezial


Unter Leitung des Architekten Dr. Jörn Köppler von Ticket B erkundeten die Gewinner die historische Mitte Berlins auf einem Rundgang von den Hackeschen Höfen über die Museumsinsel bis zum Gendarmenmarkt, anknüpfend an die große Geschichte der Friedrichstraße und dem Boulevard Unter den Linden. Diese Tour führte zum Erbe Karl Friedrich Schinkels in das preussische Herz der Stadt sowie zu den neuen Berlin Townhouses. Die Führung endete im Ägyptischen Museum, das abschließend noch eine Reise in die Skulpturen- und Götterwelt der Ägypter vermittelte.


Auf der Tour ging es von der Oranienburger Straße bis zu den Hackeschen Höfen. In der Hamburger Straße zieht das Denkmal "Jüdische Opfer des Faschismus" seinen Blick auf sich. Die vielen Steine zu Füßen der Skulpturen zeigen die aktive Nutzung des Denkmals als Wallfahrtsort.


Das fehlende Haus

»The Missing House« des französischen Künstlers Christian Boltanski (geb. 1943) entstand 1990 im ehemaligen Scheunenviertel in Berlin und ist dort bis heute auf der Großen Hamburger Straße 15/16, zu sehen. Kurz vor Kriegsende wurde das Haus Nr. 15/16 in der Großen Hamburger Straße von Bomben getroffen und brannte völlig nieder. Auf seinen Spaziergängen stieß Christian Boltanski immer wieder auf die zwischen diesen beiden Häusern entstandene Wunde. So begann Christian Boltanski 1990 zu recherchieren. Die gefundenen Informationen (Name, Beruf, Ein- und Auszugsdatum) wurden auf eine weiße Metallplatte geschrieben. Die beschrifteten Metallplatten befestigte man an den Brandmauern der zu beiden Seiten angrenzenden Häuser, auf der jeweiligen Höhe der ehemaligen Etagen des zerstörten Hauses. So markiert Boltanski jene Lücke und ruft sie dem Betrachter als bestehende Leerstelle ins Bewusstsein zurück.


Die Hackeschen Höfe

Verantwortlich für die Gesamtplanung der auf ca. 9200 qm errichteten Gewerbe- und Wohnhofanlage war der Bauunternehmer und Architekt Kurt Berndt. Der Architekt, Künstler und Philosoph August Endell übernahm die Aufgabe, die Fassaden im ersten Hof sowie in den Seitenflügeln und im Quergebäude gelegenen Restaurants und Festsäle zu gestalten. Einen größeren Anteil als in anderen Berliner Gewerbehöfen nimmt in den Hackeschen Höfen der Wohnbereich ein.


Einzigartig ist die kulturelle Nutzung des ersten Hofes, der mit seinen Jugendstilfassaden das Entré der Anlage darstellt, wobei der Gewerbecharakter der Höfe zunächst negiert wird.


Seit Ihrer Sanierung in den neunziger Jahren gelten die Hackeschen Höfe als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Berlins. Die Sanierung und die neue Nutzungskonzeption der Hackeschen Höfe lies sie zu einer Erfolgsstory werden, die in den letzten Jahren in der näheren Umgebung der Höfe zahlreiche Nachahmer fand.


So wirkten die von Investoren auch als Ankerplatz bezeichneten Hackeschen Höfe als Motor für die Revitalisierung eines lange vernachlässigten Stücks Alt-Berlin.


Museumsinsel

Bei der Besichtigung der Museumsinsel wurde über die Schloßplatzplanung berichtet: Geschichte und Wiederaufbau des preußischen Stadtschlosses ist dabei für alle Architekten das Thema. In einem sind sich die Architekten einig: Gestaltung und Funktionalität sind gleichermaßen zu berücksichtigen.


Galeriegbeäude "Am Kupfergraben 10

Am 10. November 2007 wird die offizielle Fertigstellung des Galeriegebäudes „Am Kupfergraben 10“ in Berlin-Mitte gefeiert. Das neue Eckhaus wurde geplant und erbaut von David Chipperfield Architects (Berlin). Es dient der Galerie der Bauherren Céline und Heiner Bastian. Das Gebäude ist für die Berliner Architekturdiskussion von großer Bedeutung: Angrenzend an erhaltene Altbauten und unmittelbar gegenüber der berühmten Museumsinsel gelegen, schafft Chipperfield hier einen betont modernen und zeitgemäßen Bau, der sich dennoch hervorragend einfügt und ein gelungenes Beispiel für einen Alt-Neu-Bezug abgibt.

In dem neuen Eckgebäude sind drei Galeriegeschosse und ein Dachgeschoss für zwei Wohnungen entstanden. Entwurflich orientiert sich das Eckhaus nicht an den nahe liegenden historischen Bauten, sondern an seiner Lage im Stadtgefüge.


Deutsches Historisches Museum

Das Deutsche Historische Museum, kurz DHM, ist ein Museum für deutsche Geschichte in der Straße Unter den Linden in Berlin und versteht sich als Ort der „Aufklärung und Verständigung über die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Europäern“. Gegründet wurde das Museum am 28. Oktober 1987, anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin, im Reichstagsgebäude im damaligen Westberlin.


Das Museum befindet sich im Zeughaus und war wegen Umbaus von 1998 bis Ende 2004 geschlossen. Wechselausstellungen fanden während dieser Zeit in dem im Jahr 2003 neu eröffneten Ausstellungsbau von I.M. Pei statt, der baulich mit dem DHM verbunden ist. Dort werden ständig Sonderausstellungen präsentiert.


Die Sammlungen des Deutschen Historischen Museums gehören zu den schönsten und umfangreichsten des Landes. So findet man etwa Sammlungen über die Alltagskultur, historische Karten und Pläne, eine Waffensammlung, ein Bildarchiv, eine Bibliothek sowie eine Dokumenten- und eine Kunstsammlung.


Bebelplatz

Der rechteckige, vollständig gepflasterte Bebelplatz (nach August Bebel, dem Mitbegründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, benannt) entstand ab 1740 nach Abtragen der Stadtbefestigung. Er sollte das Zentrum des geplanten Forum Fridericianum werden. Die Bebauung mit Opernhaus, Akademiegebäude und Stadtpalais des Königs wurde im Dezember 1740 wegen des beginnenden ersten Schlesischen Krieges jedoch nicht verwirklicht. Lediglich das Opernhaus (Deutsche Staatsoper Unter den Linden) entstand 1741-1742 an der Ostseite des Platzes (nach dem er zunächst den Namen Opernplatz erhielt). Vom 18. August 1910 bis 31. Juli 1947 hieß er offiziell Kaiser-Franz-Joseph-Platz.

Am 10. Mai 1933 wurde er Schauplatz eines düsteren Kapitels der jüngeren deutschen Geschichte: der von den Nationalsozialisten initiierten Bücherverbrennung, um "den jüdischen Geist und den gesamten Liberalismus auszurotten". Unter dem Gejohle einer riesigen Menschenmenge warfen aufgehetzte Studenten 20000 Bücher in die Flammen des Scheiterhaufens.

An diesen Tag erinnert in der Platzmitte das Denkmal "versunkene Bibliothek" von Micha Ullmann. Der unterirdische, nicht betretbare Raum von 50 Quadratmetern Größe ist lediglich durch eine Glasplatte im Pflaster einzusehen. 20000 Bücher würden in den Regalen Platz finden.


Berlin Townhouses

Bereits 1996 begann die Planung für dieses außergewöhnliche Stück Baugrund in Berlin Mitte. Schnell war allen Beteiligten klar, dass eine neue Art des urbanen Wohnens entstehen sollte: Ein eigenes Haus, mitten in Berlin, in mehreren Stockwerken, damit mit der begrenzten Grundstücksgröße effektiv umgegangen werden kann.

Zur Straße hin strahlen sie den repräsentativen Stolz derer aus, die darin wohnen. Die Gartenfront spiegelt die private Wohnwelt wider. Im Inneren offenbart sich die typische Wohnkultur der TOWNHOUSES: Jeder Lebensbereich auf einer Etage bewusst getrennt oder harmonisch integriert - Alltag, Beruf, Entspannung, Kinder, Gäste, Ruhe oder Lebendigkeit.


Altes Museum

Das Alte Museum, erbaut 1823 bis 1830 nach den Entwürfen Karl Friedrich Schinkels, zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Klassizismus. Mit einer klar gegliederten äußeren Form und einer präzisen inneren Struktur in Anlehnung an die griechische Antike verfolgt Schinkel damit Humboldts Idee, das Museum als Bildungseinrichtung dem Publikum zu öffnen.

Ursprünglich für alle Berliner Kunstsammlungen geschaffen, beherbergt das Alte Museum seit 1904 die Antikensammlung. Zwischen 1943 und 1945 brannte das Gebäude aus und wurde schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte bis 1966.

Seit 1998 zeigt die Antikensammlung im Alten Museum ihre griechische Sammlung mit der Schatzkammer im Erdgeschoss des Gebäudes. Im Obergeschoss ist seit August 2005 bis zu ihrem Umzug ins Neue Museum im Jahr 2009 die Sammlung des Ägyptischen Museums zu sehen.

Das Ägyptische Museum

Aus seinen Grabungen in Amarna besitzt das Museum eine große Zahl ausgezeichneter Kunstwerke der interessantesten Epoche des alten Ägypten, der Zeit der Nofretete und des Echnaton. Die Porträtbüste der Nofretete gilt als eines der bekanntesten Kunstwerke weltweit. Eine halbe Million Besucher jährlich lassen sich von ihrer zeitlosen Schönheit begeistern. Zusammen mit der Papyrussammlung mit ca. 60.000 Handschriften in hieroglyphischer bis arabischen Schrift zählt das Ägyptische Museum zu den bedeutesten Ausstellungen ihrer Art.