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Polymerbitumen- und Bitumenbahnen für Dach und Abdichtung


Lupe
1) Mineralische Bestreuung
Oberlagsbahnen sind auf ihrer Außenseite mit einer Bestreuung als "leichter Oberflächenschutz" versehen. Diese Bestreuung wird aus mineralischen Stoffen (z.B. Schiefer) hergestellt.

2) und 4) Bitumendeckmasse
Die Deckmassen bestehen aus hochwertigen Oxidations- oder Polymerbitumen. Sie machen die Bahn wasserdicht, widerstandsfähig gegen natürliche Witterungsprozesse. Die chemisch-physikalischen Eigenschaften der verwendeten Bitumina bestimmen die Wärmestandfestigkeit und das Kaltbiegeverhalten der Produkte. Sie sind Garanten für die leichte Verarbeitbarkeit der Bahnen bei allen Temperaturen.

3) Trägereinlagen
Die Trägereinlagen armieren die Bahnen. Sie bestimmen das mechanische Verhalten der Bahnen, z.B. Höchstzugkraft, Dehnung, Einreiß- und Weiterreißfestigkeit, Nagelausreißfestigkeit, Perforationssicherheit und Dimensionsstabilität.

Das in der Raffinerie hergestellte Oxidationsbitumen wird als Deckmasse für Bitumenbahnen verwendet. Zur Herstellung von Polymerbitumenbahnen kommt Destillationsbitumen zum Einsatz. Dazu wird es mit bestimmten Polymer-Arten modifiziert. So entsteht zum Beispiel bei der Modifikation mit Styrol-Butadien-Styrol (SBS) Elastomerbitumen. Elastomerbitumen weist ein elastisches ("gummiartiges") Verhalten auf, ist auch bei tiefen Temperaturen flexibel und hat eine hohe Alterungsbeständigkeit.

Eine Modifikation des Destillationsbitumens zum Beispiel mit Polypropylen (aPP) führt zu Plastomerbitumen. Dieses Material weist thermoplastisches Verhalten (Geschmeidigkeit) auf, hat einen hohen Erweichungspunkt und ist langfristig alterungsbeständig.

Polymerbitumen- und Bitumenbahnen werden bei der Ausführung von Dachaufbauten mit Abdichtungen verwendet für:

  • flache Dächer (z. B. Bungalows, Garagen, Industriebauten)
  • geneigte Dächer (z. B. Sheddächer, Tonnendächer, unter Dachdeckungen)
  • genutzte Dächer (z. B. Parkgaragen, Gründächer)

Die Bitumen-Werkstoffe werden ebenfalls in der Bauwerksabdichtung als Schutz gegen Bodenfeuchtigkeit bei drückendem und nichtdrückendem Wasser eingesetzt.

Mehr dazu in den Technischen Regeln.